Warnsignale



In den seltensten Fällen kommt es aus heiterem Himmel
zu einem Herzinfarkt.

Einem akuten Herzinfarkt gehen meist schon Tage oder gar Wochen
zuvor Beschwerden voraus. Doch leider nehmen viele Betroffene diese ersten Anzeichen
nicht ernst. Aus diesem Grund ist es außerordentlich wichtig die klassischen
Warnsignale zu erkennen, um gegebenenfalls frühstmöglich reagieren
zu können. Betroffen sind häufig Menschen, die schon vorher eine Koronare
Herzerkrankung (KHK), eine stabile oder instabile Angina Pectoris oder andere
Formen kardialer Durchblutungsstörungen hatten.

Symptome eines Herzinfarktes

– Das Hauptsymptom des Herzinfarktes sind Schmerzen. Sie
zeigen sich üblicherweise als Angina Pectoris:

  • Länger als fünf Minuten anhaltende, schwere Schmerzen im Brustkorb,
    die auch in die Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer und/oder in den Oberbauch
    ausstrahlen können.
  • Die Schmerzen lassen auch in Ruhe nicht nach und die Einnahme von Nitropräparaten,
    wie Nitrospray oder Zerbeißkapseln bringen keine Linderung. Das heißt
    die Angina Pectoris ist instabil.

 

Schmerzskala

– Starkes, als beklemmend empfundenes Engegefühl in der Brust
– Unruhe, meist begleitet von Angstgefühlen bis hin zur Todesangst
– Blasse, fahle Gesichtsfarbe und kalter Schweiß auf der Stirn und
um die Oberlippe
– Es kommt zu Luftnot. Der Betroffene atmet schwer und flach
– Bauchschmerzen
– Rückenschmerzen
–Übelkeit und Erbrechen
– Schwächeanfälle, Kreislaufzusammenbruch, evtl. Bewusstlosigkeit

All diese Symptome können bei einem Herzinfarkt zusammen,
einzeln oder in Kombination auftreten. Bevor es zu dem eigentlichen Infarktereignis
kommt können Tage, manchmal sogar Wochen vorher, solche Symptome in stärkerer
oder auch schwächerer Form, als Warnsignale für einen bevorstehenden
Herzinfarkt gedeutet werden.

Aus diesem Grunde:
Nicht zögern, sondern frühzeitig den
Arzt oder Notarzt verständigen!

Der „stumme Herzinfarkt“

Ungefähr 20% aller Herzinfarkte gehen ohne Schmerzen oder
sonstige eindeutigen Symptome einher.
Sehr oft sind hier Diabetiker betroffen. Diabetiker haben schon im Vorfeld ein
höheres Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden. Dazu kommt, dass bei Diabetikern
nicht nur die Gefäße, sondern auch die Nerven gefährlich geschädigt
werden. Diese Nervenschädigung, Neuropathie genannt, führt unter anderem
dazu, dass die Schmerzempfindung gestört ist.

Aus diesem Grund ist es gerade für Patienten mit Diabetes
besonders wichtig:

– Minimierung der Risikofaktoren
– Optimale Blutzuckereinstellung
– Gewissenhafte Medikamenteneinnahme
– Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Hausarzt, Diabetologen
und Kardiologen

Der „Eva-Infarkt“

Eine amerikanische Studie von Wissenschaftlern der Universität
Arkansas zeigte, dass die klassischen Herzinfarktsymptome, die weltweit in jeder
medizinischen Literatur beschrieben werden, eher als typisch männlich zu
bezeichnen sind.

70% der Frauen konnten nicht von Schmerzen vor oder während
ihres Herzinfarktes berichten. Sie klagten eher über ungewöhnliche
Müdigkeit, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit und Schwäche.

Bei Frauen

– Schmerzen im Oberbauch
– Blässe
– Übelkeit, Erbrechen
– Kreuzschmerzen
– allgemeine Schwäche
– Atemnot
– keine Besserung der Beschwerden durch KHK-Medikamente (z. B. Nitrospray)

Bei Männern

– Schmerzen im Bereich unter dem Brustbein (Angina pectoris)
– Engegefühl im Brustbereich
– häufig Schmerzausstrahlung in den linken Arm oder den Unterkiefer
– Herzrasen, Kalter Schweiß
– kaum tastbarer Puls
– Atemnot
– keine Besserung der Beschwerden durch KHK-Medikamente (z. B. Nitrospray)
– Todesangst


Was können Sie tun?

Es liegt auf der Hand welche Gefahr diese eher subtilen und diffusen
Symptome bergen. Nämlich, sie werden von den Betroffenen nicht ernst genommen.
Deshalb ist es für alle herzinfarktgefährdeten Menschen, insbesondere
die Weiblichen und Diabetiker unter ihnen, überaus wichtig:

Lernen Sie Ihre persönlichen Risikofaktoren kennen und versuchen
Sie sie zu minimieren.

Wenn Sie eine Koronare Herzerkrankung, sprich KHK haben halten
Sie Ihre verordnete Medikation ein und besuchen Sie regelmäßig Ihren
Hausarzt oder Kardiologen.

Machen Sie sich mit den möglichen Warnsignalen vertraut.

Beziehen Sie auch Familie oder Nachbarn mit ein, damit auch Ihre
Umgebung eine eventuelle Notfallsituation besser einschätzen und dadurch
auch besser reagieren kann.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von www.theHeart.de