Bewegung – Unerlässliche Therapie fürs Herz
- Eingetragen am 25. Juli 2007 in Allgemein
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In der Therapie der Koronaren Herzerkrankung (KHK) spielt die körperliche
Aktivität eine bedeutende Rolle. Ob ein Patient durch verschiedene Risikofaktoren
gefährdet ist oder schon eine beginnende KHK diagnostiziert wurde, ob der
Patient schon einen Herzinfarkt erlitten hat oder sich gar schon einer Bypass-Operation
unterziehen musste, in allen Fällen gilt:
Durch ein gesundes Maß an sportlicher Betätigung kann die Krankheitsprognose
entschieden verbessert und die Lebensqualität erhöht werden.
Sport – Die Medizin mit der positiven Mehrfachwirkung
Der heilsame Effekt von körperlicher Betätigung beruht auf einer
Vielzahl von biologischen Mechanismen:
· Neubildung und Umleitungen (Kollaterale) der Blutgefäße
wird angeregt
· das Herz kann effizienter arbeiten
· das Schlagvolumen des Herzens vergrößert sich
· der Puls wird langsamer
· Sauerstoffausnutzung wird verbessert
· die Fließeigenschaft des Blutes wird verbessert
· die Thrombosegefahr sinkt, das heißt, es können sich nicht
mehr so schnell Blutgerinnsel bilden, die einen Herzinfarkt auslösen können
· der Blutzuckerspiegel sinkt, da bei der Muskelarbeit Glukose (Zucker)
verbrannt wird
· der Blutdruck sinkt, die Gefäße werden elastischer
· der Fettstoffwechsel kommt in Schwung, wobei das „schlechte“
LDL-Cholesterin gesenkt und das „gute“ HDL-Cholesterin angehoben
wird
· die Fettverbrennung wird beschleunigt und überflüssige Pfunde
schwinden
· das Immunsystem wird gestärkt durch vermehrte Bildung weißer
Blutkörperchen, die für die körpereigene Abwehr zuständig
sind
Welche Sportarten sind für Herzpatienten geeignet?
Besonders empfehlenswerte Sportarten für Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen
sind:
· Wandern, Walking, Nordic-Walking
· angepasstes Joggen
· Radfahren, ohne Wettkampfcharakter
· Skilanglauf
· Schwimmen
· Golf
Nur eingeschränkt und mit individueller Beratung des Hausarztes
oder Kardiologen empfehlenswerte Sportarten sind:
· alpinen Skilauf
· Reiten
· Kegeln
· Tanzen
Sportarten, die ruckartige Bewegungen beinhalten können Rhythmusstörungen
auslösen. Bei zu großer Anstrengung steigt der Sauerstoffbedarf in
dem Maße, dass die Versorgung des Herzens nicht mehr gewährleistet
werden kann. Trainingsmethoden, bei denen es zu Spitzenbelastungen kommt lassen
den Blutdruck bedenklich ansteigen und vermindern durch Pressatmung den Blutrückfluss
zum Herzen.
Aus diesen Gründen sind folgende Sportarten für Patienten
mit Herz-Kreislauferkrankungen ungünstig und nicht empfehlenswert:
· Fußball
· Tennis
· Squash
· Tauchen
· Hockey
· Eishockey
· Rudern
· Mountainbike-Fahren
· Krafttraining
Vernünftig trainieren: mit Maß und Ziel
· Gerade für Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen gilt die
Devise: Regelmäßig, aber mäßig.
· Training mindestens drei- bis fünfmal pro Woche zwischen 20 und
40 Minuten, eine Stunde vor oder drei bis vier Stunden nach dem Essen zeigt
den optimalen Erfolg
· die Belastungsgrenze darf nicht zu hoch liegen und sollte in Zusammenarbeit
mit dem behandelnden Arzt ermittelt werden, zum Beispiel mit Hilfe eines Belastungs-EKGs
· auch regelmäßige Verlaufskontrollen beim Arzt oder Kardiologen
sind empfehlenswert
· Sie sollten während des Trainings nicht außer Atem kommen
und noch in der Lage sein sich mit jemanden zu unterhalten
Kontrolle aus der Ferne
Patienten, die befürchten sich zu sehr zu belasten, können ihren
Arzt nach einer Telemetrie fragen.
Bei dieser Untersuchungsmethode handelt es sich um eine ständige EKG-Ableitung
während des Sports mit Funkübertragung. Dies ermöglicht dem Arzt
die Herztätigkeit aus der Ferne zu kontrollieren.
Herzgruppen: Gemeinsam geht es leichter
Vielen Menschen fällt es schwer sich alleine zu motivieren. Hier kann
es sehr hilfreich sein sich einer Herzgruppe anzuschließen.
Bundesweit gibt es mittlerweile ungefähr 6000 Herzgruppen. Hier können
Patienten regelmäßig in Zusammenarbeit mit einem speziell ausgebildeten
Übungsleiter und einem Kardiologen angepasst und kontrolliert in der Gruppe
trainieren.
Weiterhin werden in den Herzgruppen auch Ernährungsberatung, Gruppengespräche,
Raucherentwöhnung sowie Entspannungstechniken angeboten.
Bringen sie ihr Herz in Trab
Nehmen Sie sich die Zeit und entscheiden sie sich für eine körperliche
Betätigung, die Ihnen liegt und Freude macht.
Sie können davon nur profitieren.
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