Tag des Cholesterins 2007

Am 15. Juni 2007 ist wieder bundesweit der Tag des Cholesterins.

Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen
und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) veranstaltet nun mittlerweile
im fünften Jahr diese Präventionskampagne. Die zentralen Veranstaltungen
finden in diesem Jahr in Köln statt. Geplant sind unter anderem Patientenseminare,
Lipidmessaktionen und ärztliche Fortbildungsveranstaltungen in Zusammenarbeit
mit der Universität Köln. Bundesweit werden an diesem Tag Apotheken,
Arztpraxen und öffentliche Einrichtungen aufgerufen sich an den Lipidmesaktionen
zu beteiligen.

Die Bedeutung des Cholesterins

Ein erhöhter Cholesterinwert im Blut (Hypercholesterinämie)
gehört mit zu den bedeutenden Risikofaktoren, die an der Entstehung einer
Herz-Kreislauferkrankung verantwortlich sind. Anhand der vorläufigen Ergebnisse
des Statistischen Bundesamtes wird belegt, dass nahezu jeder zweite Todesfall
auf eine Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems zurückgeht. Gemeinsam mit
den Risikofaktoren Bluthochdruck (Hypertonie), Diabetes mellitus, Rauchen, Übergewicht
(Adipositas), Bewegungsmangel und Stress trägt auch ein erhöhter Cholesterinwert
dazu bei.


Was ist Cholesterin?

Cholesterin – der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet
übersetzt ‚Galle’ (griech. Chole) und ‚fest’ (griech. Stereos).
Cholesterin gehört zu den Grundsubstanzen des menschlichen Organismus und
ist Bestandteil aller menschlichen Gewebe. Als Fett ist das Cholesterin schlecht
wasserlöslich und braucht daher Unterstützung beim Transport im Blut.
Dies geschieht mit Hilfe sogenannter Lipoproteine.

Das „böse“ Cholesterin: LDL

LDL (eng. Low Density Lipoprotein) transportiert das Cholesterin
durch den Körper zu den verschiedenen Organen, wo es dann über bestimmte
Aufnahmestellen (Rezeptoren) in die Zellen aufgenommen wird. Übersteigt
aber das Cholesterinangebot die Aufnahmekapazität der Zelle, gibt das LDL
Cholesterin ins Blut ab. Dort kann es sich an den Gefäßwänden
ablagern und diese mit der Zeit verengen. Dies ist der Mechanismus der Arteriosklerose.
Solche Ablagerungen nennt man Plaques. Diese Einengung, aber auch das Lösen
oder Platzen eines solchen Plaques kann einen Herzinfarkt oder Schlaganfall
zur Folge haben.

Daher gilt: je niedriger der LDL-Wert desto besser.

Mechanismus der Arteriosklerose


Das „gute“ Cholesterin: HDL

HDL (eng. High Density Lipoprotein) ist dagegen ein sehr nützlicher
Cholesterintransporter. Es ist in der Lage überschüssiges Cholesterin
aus Zellen oder aus dem Blut aufzunehmen und zurück zur Leber zu bringen.
Das HDL kann sogar bereits gebundenes Cholesterin aus den Gefäßwänden
wieder herauslösen und schützt damit ganz entscheidend vor Gefäßverkalkung
(Arteriosklerose).
Deshalb gilt hier: je mehr HDL desto besser.


Richtwerte für Cholesterin

Um zu wissen, wann der Cholesterinwert ein Risiko darstellt gibt
es bestimmte Richtwerte, die natürlich individuell abweichen können
zum Beispiel durch den Einfluss weiterer Risikofaktoren oder Begleiterkrankungen.
Hier wird Ihnen Ihr Hausarzt oder Kardiologe beratend zur Seite stehen. Hier
im Anschluss die Toleranzgrenzen für die Laborparameter von Gesamtcholesterin,
LDL, HDL, den Quotienten HDL/LDL (das Verhältnis zueinander) und Triglyceriden
(Neutralfetten).

Wenn keine Risikofaktoren für die Entstehung von
Arteriosklerose bestehen

(normaler Blutdruck, Nichtraucher, kein Diabetes, keine frühen Herzinfarkte
in der Familie)

Cholesterin-Richtwerte, wenn keine Risikofaktoren für Arteriosklerose bestehen

Wenn ein Diabetes besteht und/oder bereits eine Arteriosklerose
(unabhängig ob an Hals- Herz oder Bein-Schlagadern) festgestellt wurde,
bzw. ein Herzinfarkt durchgemacht wurde.

Cholesterin-Richtwerte wenn ein Diabetes besteht


Zielwert für Triglyceride ist unter 150 mg/dl

Einmalig erhöhte Werte haben allerdings keine langfristige
Aussagekraft. Daher ist es wichtig sich regelmäßig vom Hausarzt oder
Kardiologen untersuchen zu lassen.
Das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) rät
allen Menschen über 35 Jahre, deren letzte Cholesterinmessung über
ein Jahr zurückliegt, vorsorglich ihre Werte bestimmen zu lassen.
Krankhaft erhöhte Cholesterinwerte können ihren Ursprung in einer
falschen, unausgewogenen Ernährung haben oder es liegt eine familiäre
Disposition vor, das heißt gehäuftes Vorkommen in der Familie, also
genetisch bedingt. Da der Körper auch selbst Cholesterin produziert wird
man bei krankhaft erhöhten Werten nicht allein mit einer Ernährungsumstellung
auskommen. Hier wird der Hausarzt oder Kardiologe zusätzlich lipidsenkende
Medikamente verordnen.
Neben regelmäßigen Cholesterintests hilft bei der Abschätzung
des individuellen Risikos, der sogenannte PROCAM-Risiko-Score, der anhand von
acht Parametern das 10-Jahres-Risiko für einen Herzinfarkt berechnet:

· Alter
· LDL-Wert
· HDL-Wert
· Triglycerid-Wert
· Systolischer Blutdruck
· Raucher
· Diabetiker
· Herzinfarkt in der Verwandtschaft

Fragen Sie Ihren Arzt danach oder informieren Sie sich im Internet
unter:
www.chd-taskforce.de

Bilder mit freundlicher Genehmigung von www.theHeart.de