Erhöhtes Herzinfarktrisiko durch chronische Lärmbelästigung

Mehrere Studien haben mittlerweile ergeben, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Lärmbelästigungen und Herz-Kreislauferkrankungen gibt.
Diese Feststellung ist deshalb nicht unbedeutend, da sich in Deutschland mehr als zwei Drittel der Bevölkerung durch die Lärmquelle Nr. 1, dem stetig ansteigenden Verkehrslärm belästigt, und ca. 18% sogar hochgradig belästigt fühlen.
Doch wie wirkt sich der Lärm auf unseren Körper aus: Ständiger Lärm führt zu einer Alarmreaktion im Körper. Diese erhöht den Blutdruck bzw. die durchschnittliche Pulsfrequenz. Das Blut wird zähflüssiger. Als weitere Reaktion werden verstärkt die Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin im Körper ausgeschüttet. Ist der Mensch dauerndem Lärm ausgesetzt, führt dies zu höheren Blutfettwerten, zu erhöhter Gerinnungsneigung des Blutes und zum früheren Altern der Gefäße, kurz gesagt: zu erhöhtem Herzinfarktrisiko.
Bei Erwachsenen reagiert der Körper ab einem Lärmpegel von ca. 70 Dezibel. Dies entspricht etwa dem 2,5-fachen eines vorbeifahrenden Autos. Bei Kindern tritt diese Stressreaktion bereits ab einer Belästigung von 60 Dezibel ein.
Insgesamt beziffern die Studienleiter das erhöhte Herzinfarkt-Risiko auf ca. 20 – 25%.